Boko Haram entführt erneut Mädchen in Nordnigeria

bokoharamNoch immer in der Gewalt von Boko Haram: Die 219 im April entführten Schülerinnen.  Abuja (idea) – Trotz gegenteiliger Versprechungen hat die islamische Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) die 219 im April entführten Schülerinnen bisher nicht freigelassen.

Nun haben die Extremisten in Nigeria laut Medienberichten weitere 60 Mädchen und junge Frauen in ihre Gewalt gebracht. Die Entführung ereignete sich bereits am 18. Oktober bei der Erstürmung zweier Dörfer im nordöstlichen Bundesstaat Adamawa. In Waga Mangoro sollen dabei 40, in Grata 20 Mädchen verschleppt worden sein. Zudem wurden mehrere Männer erschossen, Geschäfte geplündert und Häuser niedergebrannt.
Einen Tag vor dem neuerlichen Überfall hatte das nigerianische Militär in Aussicht gestellt, dass die überwiegend aus christlichen Familien stammenden Mädchen bis zum 21. Oktober freikommen würden, nachdem am 17. Oktober ein Waffenstillstand mit Boko Haram geschlossen worden sei. Gleichwohl verübte die Gruppe seither mehrere blutige Anschläge. Auch sollen nigerianische Truppen wieder zu den Waffen gegriffen haben. Von den 219 Mädchen, die am 14. April aus einer Schule in Chibok entführt wurden, stammen 163 aus Familien, die der „Kirche der Brüder“ Nigerias angehören.

Boko Haram will ein „Kalifat“ im Norden Nigerias errichten, in dem das islamische Religionsgesetz, die Scharia, mit brutaler Härte durchgesetzt wird. Seit fünf Jahren verübt die Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida Anschläge vor allem auf Schulen und Kirchen, die rund 10.000 Menschenleben gefordert haben. Von den 169 Millionen Einwohnern Nigerias sind etwa 50 Prozent Muslime und 48 Prozent Kirchenmitglieder. Die übrigen sind Anhänger von Naturreligionen.

Idea

Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.