Wer wollte Nagib Mahfuz ermorden?

najeebGeboren 1911 war Mahfuz wie kein zweiter der literarische Chronist des Wandels im Ägypten des 20. Jahrhunderts – Jahrzehnte geprägt von Kriegen und Revolutionen, politischen Umstürzen, religiösem Extremismus und rasanter Modernisierung. Im Zentrum seines literarischen Werkes steht das Kleinbürgertum der Altstadt von Kairo, dem er selbst entstammt. Doch war Nagib Mahfuz keineswegs unpolitisch. Er befürwortete den Frieden mit Israel, kritisierte die Islamisten und überlebte schwer verletzt ein Attentat. 2006 starb Nagib Mahfuz hochbetagt in Kairo.

Im Oktober 1994 haben sich 12 Männer beim Mordversuch an dem 83jährigen Nobelpreisträge „Naguib Mahfuz“ in Kairo beteiligt. Alle Angeklagten waren Mitglieder der militant-islamischen „Gammat al-Islamyia“. Damals eskalierte den Kampf zwischen diesen militanten „Gammat al-Islamyia“ und die ägyptischen Polizei. Die Islamisten hatten Mahfuz vor seiner Haustür aufgelauert und in durch einen Stich mit einem Messer in den Hals zunächst lebensgefährlich verletzt. Mahfuz hat ihn mit knapper Not überlebt.

Der Schriftsteller stand schon seit Jahren auf den Todeslisten der militanten Islamisten. Sein vor 30 Jahren geschriebener Roman „Die Kinder in unserer Gasse“ machte ihn zu ihrem Feindbild. Der Täter wurde zum Tode verurteilt.

Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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