Pakistan: Eine Allianz der muslimischen Extremisten

Der afghanische Sieg der Taliban hat im Nachbarland Pakistan schon eine Welle von islamistischem Aufbegehren ausgelöst. Die gleichnamige, aber eigenständige Muslimbewegung fordert totale Islamisierung. Pakistans Christen rüsten zum Widerstand

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In Waziristan – im alten, noch von den Engländern eingerichteten «Stammesgebiet» – soll die «Tehrik-e Taliban Pakistan» (TTP) wieder ganz Herrin der Lage sein. So wie sie es schon während der Sowjetherrschaft in Afghanistan zwischen 1979 und 1991 war.  Das bestätigte jedenfalls ihr lokaler Kriegsherr «Serdar», Nur Wali Mehsud, gegenüber der Afghanenzeitschrift «Wahdat» (Einheit) in der Grenzstadt Peschawar. Noch dürfte die TTP zwar lang nicht in der Lage sein, ganz Pakistan in die Hand zu bekommen. Nach einer jüngsten Gallup-Umfrage würden aber schon 55 Prozent der pakistanischen Bevölkerung eine Regierung der Taliban in Islamabad unterstützen.

Vergewaltigte Frauen als Ehebrecherinnen verurteilt

Noch mehr treten sie für eine weitere Verschärfung der Hudud-Bestimmungen ein, die Diktator Zia ul-Haq 1979 aus dem islamischen Religionsrecht Scharia ins pakistanische Strafrecht übernommen hatte, um seinen Rückhalt in den ungebildeten Muslimmassen zu festigen. Schon bisher haben diese Verordnungen zur Islamisierung des Strafrechts in Pakistan verheerende Folgen.

Das gilt nicht nur für das Blasphemie-Gesetz, das auch nur angebliche Beschimpfungen von Mohammed oder seinem Koran unter Todesstrafe stellt, sondern auch für die Hudud-Verordnungen, die Vergewaltigungen als Ehebruch des Opfers einstufen und bestrafen. Amnesty International will Hinweise darauf haben, dass in Pakistan alle drei Minuten eine Frau vergewaltigt wird, das sind rund 500 Opfer pro Tag. Nicht alle, werden von ihren Männern oder Vätern deswegen als Ehebrecherinnen angezeigt, doch sitzen 80 Prozent der vergewaltigten Frauen wegen Ehebruch im Gefängnis!

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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