Wohin geht die ÖVP?

Die ÖVP minus Sebastian Kurz ist gleich … ja was eigentlich? Es ist nicht die erste Krise der Volkspartei. Doch diesmal geht es nicht nur um ihren Chef, sondern auch um ihre Richtung. Ein Rundruf in der ÖVP zeigt: Viele wünschen sich alte Werte zurück und wissen gleichzeitig, der Rechtspopulismus hat mehr Stimmen gebracht.

Auch in den größten Krisen gibt es sie – die kleinen, tröstlichen Erfolge. Am zweiten Wochenende des Oktobers mag für viele in der ÖVP mit dem Rücktritt von Sebastian Kurz als Bundeskanzler ihre türkise Welt zusammengebrochen sein. Bei den Bürgerstichwahlen in Oberösterreich wurden zudem noch unter dem Eindruck der skandalösen Chat-Nachrichten aus dem Innersten der ÖVP traditionell schwarze Gemeinden umgedreht. Aber es gab für treue Parteianhänger auch etwas zu feiern. In Traun, bisher einem der „roten“ Orte in diesem Bundesland, holte sich die ÖVP das Bürgermeisteramt, und im Gemeinderat nimmt ein schwarzes Urgestein Platz.

 Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer wollte „den jungen talentierten Mann“ an der Spitze der ÖVP-Liste, Karl Heinz Koll, mit einer Solidaritätskandidatur auf dem eigentlich aussichtslosen 15. Listenplatz unterstützen. Seine Partei hat bei der Gemeinderatswahl nun nicht nur von acht auf zwölf Mandate zugelegt, Pühringer bekam auch noch so viele Vorzugstimmen, dass er vorgereiht wurde und nun im Gemeinderat ist. Ganz ohne eigenen Wahlkampf, wie Pühringer betont. Sein Name zieht auch noch in turbulenten Zeiten. „Ich hoff ja doch, dass ich in meiner aktiven Zeit einiges richtig g’macht hab“, sagt er mit Rückblick auf 22 Jahre als Landeshauptmann und: „Sonst müsst i mi ja daschiaßen.“

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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