Judenhass im Land? Charlotte Knobloch fehlt „Aufschrei in der Gesellschaft“

München – Es sind deutliche Worte: Die frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch (87), fordert einen energischeren Widerspruch gegen Judenfeindlichkeit.

Mir fehlt der Aufschrei in der Gesellschaft. Ich frage mich schon lange, warum der Judenhass und die Verrohung der Gesellschaft nicht mehr thematisiert werden, als das der Fall ist“, sagte Knobloch dem Mannheimer Morgen. Alle seien betroffen, aber niemand fühle sich angesprochen.

„Hass und Hetze haben eine breitere Basis bekommen. Wir müssen sie überall bekämpfen, wo sie stattfindet“, forderte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Deutschland verlassen will Knobloch wegen der Zunahme des Antisemitismus nicht.

„Ich habe ein gewisses Alter, in dem man solche Gedanken nicht mehr hat“, sagte die 87-Jährige. Auch wenn sie nach dem Zweiten Weltkrieg lange auf gepackten Koffern gesessen habe, sage sie nun: „Wir müssen kämpfen um jüdisches Leben in diesem Land. Wir gehören hierher, wir sind seit 1700 Jahren hier. Wir können uns nicht von Rechten vertreiben lassen.“

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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