Werden die Bischöfe in Deutschland vom Staat bezahlt?

Immer wieder hört und liest man in sozialen Netzwerken und darüber hinaus die Behauptung:
„In Deutschland werden die Bischöfe vom Staat bezahlt“. Aber ist das wirklich zutreffend? Werden die Bischöfe in Deutschland vom Staat bezahlt?

Die Antwort vorab: Nein, die Aussage ist in dieser pauschalen Form definitiv falsch.

Gleichwohl lohnt es sich, etwas näher hinzuschauen, denn irgendwoher muss die These der Bezahlung der Bischöfe durch den Staat ja kommen.

Zunächst ist festzuhalten: Kein einziger der 27 katholischen deutschen Diözesanbischöfe und keiner der 20 Landesbischöfe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) steht auf der Gehaltsliste des Staates.

Niemand von ihnen wird als Beamter oder Angestellter vom Bund oder einem Bundesland bezahlt. Statusrechtlich sind sie Beamte oder Angestellte ihrer Diözesen (=Bistümer) oder Landeskirchen. Als solche stehen sie auf deren Gehaltslisten und werden von diesen bezahlt.

Nun könnte es aber immerhin sein, dass Bund oder Länder den katholischen Diözesen und evangelischen Landeskirchen die Kosten für die Gehälter der Bischöfe durch Geldzuflüsse finanzieren.

Aber ist das so?
In jedem Fall bedürfte es dafür einer rechtlichen Grundlage.

Weder das Grundgesetz noch die Landesverfassungen der Länder bestimmen, dass den katholischen Bistümern und evangelischen Landeskirchen die finanziellen Aufwendungen für Bischofsgehälter erstattet werden.

Somit bleiben als mögliche Rechtsgrundlage die Verträge des Staates mit den Kirchen, in denen die fundamentalen Regeln des gegenseitigen Verhältnisses formuliert sind.

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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