30-Jähriger vor U-Bahn geschubst worden und gestorben

In der Nacht zu Mittwoch ist ein Mann auf dem Bahnsteig der U8 im U-Bahnhof Kottbusser Tor getötet worden. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen handelt es sich um einen 30-jährigen Iraner, der vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen wurde.

Zeugen zufolge wollten kurz vor Mitternacht zwei Männer „südländischen Phänotyps“ einen Rollstuhlfahrer berauben. Der 30-Jährige, der in Begleitung des Rollstuhlfahrers war, ging dazwischen. Daraufhin griffen die beiden Täter den jungen Mann massiv an. Als der U-Bahn-Zug einfuhr, stießen sie ihn davor. Er geriet zwischen den Zug und die Bahnsteigkante.

Der Mann sei nicht sofort tot gewesen. Menschen, die sich auf dem Bahnsteig aufhielten, sollen gemeinsam gegen den U-Bahn-Wagen gedrückt haben, um den 30-Jährigen zu befreien. Eine Notärztin und Rettungssanitäter der Feuerwehr versuchten, das Opfer zu stabilisieren, doch sie konnten dessen Leben nicht mehr retten.

Mit zahlreichen Beamten rückte die Polizei an und überprüfte mehrere Personen, die den Bahnhof verlassen wollten. Doch da waren die beiden Täter bereits geflüchtet, offenbar über die Reichenberger Straße. Angehörige des 30-Jährigen kamen zum Bahnhof und brachen teilweise schockiert zusammen. Sie mussten von der Feuerwehr betreut werden.

Zunächst ermittelte die Kriminalpolizei der örtlichen Direktion. Stunden später übernahmen dann eine Mordkommission des Landeskriminalamtes. Die Fahnder gehen inzwischen davon aus, dass der Mann gezielt vor den Zug gestoßen wurde.

Die Polizei forderte inzwischen bei der BVG die Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras des Bahnhofs an, um Hinweise auf die Täter und den Tathergang zu bekommen.

Im August dieses Jahres musste sich eine 41-jährige Frau vor dem Berliner Landgericht verantworten, weil sie im Februar eine ihr unbekannte 17-Jährige auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz ins Gleisbett gestoßen hatte. Die Jugendliche konnte sich retten. Vor Gericht sagte die Täterin, sie habe sich von der 17-Jährigen „böse angeschaut“ gefühlt.

Im Januar 2016 wurde auf dem U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz von einem ihr unbekannten Mann unvermittelt vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen. Sie starb. Der Täter, der schon mit 14 Jahren straffällig geworden war, wurde von einem Gericht dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen.

Von Andreas Kopietz

focus.de

Über Wagih Felbermayer

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