Libanon: Botschaftsmitarbeiter soll Visa-Unterlagen an Clan verkauft haben

Syrische Migranten springen aus dem Boot, um in Richtung Kos zu schwimmen. Schleuser nehmen pro Person zwischen 4500 und 15.000 Euro

Ein Ex-Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Beirut soll Visa-Etiketten an einen libanesischen Clan verkauft haben. Der habe damit syrische Flüchtlinge nach Deutschland geschleust. Auslöser für die Ermittlungen war eine bundesweite Razzia.

Die deutschen Behörden fahnden nach Informationen der „Bild am Sonntag“ (BamS) nach einem ehemaligen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Beirut. Hintergrund seien Unregelmäßigkeiten mit Visaunterlagen.

Der aus dem Libanon stammende Mann arbeitete demnach bis 2017 in der Visastelle und soll sogenannte Visumetiketten, die für die Einreise nach Deutschland nötig sind, unterschlagen und an einen libanesischen Clan verkauft haben. Dieser nutzte dem Bericht zufolge die Visadokumente, um unter anderem syrische Flüchtlinge nach Deutschland zu schleusen.

Aus dem Auswärtigen Amt heißt es laut „BamS“: „Wir arbeiten in diesem Fall eng mit den zuständigen Strafermittlungsbehörden zusammen.“ Der Beschuldigte sei nicht mehr für das Auswärtige Amt tätig.

Auslöser für die Ermittlungen war dem Blatt zufolge eine bundesweite Razzia gegen libanesische Clanmitglieder am vergangenen Donnerstag. Laut einem internen Bericht gehe es um 26 Schleusungen syrischer Flüchtlinge zwischen August 2018 und September 2019 nach Deutschland und in die Niederlande.

Die Flüchtlinge hätten an die Clanorganisation für eine Schleusung zwischen 4500 und 15.000 Euro pro Person zahlen müssen.

welt.de

Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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