Von EU geförderter Bericht denunziert Islamkritiker

Farid Hafez, Herausgeber des „Europäischen Islamophobie-Reports“, hält die liberale Imamin Seyran Ates für islamfeindlich  Der „Europäische Islamophobie-Report“ wurde durch EU-Gelder finanziert. Ein Herausgeber und eine Autorin fielen durch israelfeindliche Aussagen auf. In dem Bericht werden Islamkritiker wie Seyran Ates als „islamophob“ dargestellt. Auf dem Titelblatt: Seehofer.

Das von der Europäischen Union (EU) finanzierte Projekt „Europäischer Islamophobie-Report 2018“ sorgt für Kritik. Es geht um einen der Herausgeber, der Israel einen „Apartheidstaat“ nennt und für eine Erdogan-treue Stiftung tätig ist. Um eine Autorin, die sich mit einer verurteilten Terroristin solidarisiert. Und um einen Bericht, der muslimische Islamkritiker und jüdische Proteste in eine Reihe mit Rassisten und Rechtsextremen stellt.

Mit 126.951 Euro hat das EU-Programm „Zivilgesellschaftlicher Dialog zwischen der EU und der Türkei“ (CSD-V) laut Homepage des Programms den Bericht finanziert. Für das Titelbild wurde ein Foto ausgewählt, das Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zusammen mit seinen früheren Kollegen aus Österreich und Italien, Herbert Kickl (FPÖ) und Matteo Salvini (Lega), zeigt. Seehofer wird wegen seiner Äußerung kritisiert, Migration sei die „Mutter aller Probleme“.

Herausgeber sind die österreichischen Politikwissenschaftler Farid Hafez und Enes Bayrakli sowie die Stiftung für politische wirtschaftliche und gesellschaftliche Forschung (Seta) aus Ankara. Die Stiftung ist unter anderem in Berlin und Brüssel tätig und hat enge Verbindungen zur türkischen Regierungspartei AKP.

Gründer und langjähriger Direktor der Denkfabrik ist Ibrahim Kalin, der heutige Sprecher und Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Ein früherer Seta-Vorsitzender, Ahmet Davutoglu, wurde später türkischer Außenminister, Ministerpräsident und AKP-Chef. Fahrettin Altun, Erdogans Kommunikationsdirektor, vertritt die Stiftung in Istanbul. Eine Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik zeigt weitere personelle Verflechtungen auf und bezeichnet Seta als „eng mit der Regierung verbunden“

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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