Wie das Internet unser Leben verändert

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Was die Generation der „digital natives“ für selbstverständlich hält, ist in Wahrheit eine Revolution der Art und Weise, wie wir leben und kommunizieren.

Kaum eine Innovation hat unser Alltagsleben so tiefgreifend beeinflusst wie das Internet. Was die Generation der „digital natives“ für selbstverständlich hält, ist in Wahrheit eine Revolution der Art und Weise, wie wir miteinander leben und kommunizieren.

Im Guten wie im Schlechten gibt es dabei kein Zurück mehr, insofern scheint es durchaus angemessen, einige der wichtigsten Effekte des Internets einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

In der Anfangszeit des Internets wurden im Wesentlichen analoge Konzepte ins Digitale übertragen und brachten uns Dinge wie die E-Mail, Online-Shopping und Nachrichtenportale. Aber nach und nach wurden auch komplett neue Geschäftsmodelle erfunden.

Soziale Medien (Twitter, Facebook, Instagram) beispielsweise sind mittlerweile für viele Menschen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Video-Streaming (YouTube, Netflix, Amazon Prime Video) hat in vielen Haushalten längst das klassische Fernsehen abgelöst. Auch zuvor undenkbare Konzepte wie Kryptowährungen und die Blockchain konnten nur dank dem Internet überhaupt das Licht der digitalen Welt erblicken.

Selbst Unternehmen, die anfänglich noch das Internet als Modeerscheinung abtaten, mussten angesichts dieser enormen Veränderungswelle und disruptiven Kraft einlenken und sich darüber Gedanken machen, was das Internet ihnen für Innovationen bieten kann. Einigen Branchen ist das besser gelungen, anderen schlechter.

Für einige war es auch eine Chance, sich neu zu erfinden – ein Beispiel hierfür ist die Glücksspielbranche. Zuvor gab es zwar in der physischen Welt auch schon Casinos mit Edelambiente und Klasse, bei denen jeder Besuch ein Event ist, aber für viele Menschen war die Branche vor allem durch die zahlreichen, oft in unschönen Gegenden gelegenen Spielhallen geprägt.

Das Internet bot die Möglichkeit, ein Premiumerlebnis für ein breiteres Publikum zur Verfügung zu stellen, weshalb man heute auch problemlos und sicher Casinospiele online spielen kann.

Wer entscheidet eigentlich, was in den Zeitungen steht und in den Nachrichten gezeigt wird? Natürlich die Chefredakteure und Herausgeber dieser Publikationen und Sendungen. Zusammenfassend werden diese gerne auch als „Gatekeeper“ bezeichnet – Torwächter, die bestimmen, was gesendet und geschrieben wird und was nicht.

Das ist durchaus nicht unsinnig: Die öffentliche Aufmerksamkeit ist nicht unerschöpflich, und nicht alles, was in der Welt passiert, ist berichtenswert. Es braucht Filter, und natürlich fallen einige Themen durch das Raster. Aber wenn einige Themen immer durch besagtes Raster fielen, ließ sich in der Vergangenheit nicht viel dagegen machen.

Das Internet kann man hier mit Fug und Recht als „Gatecrasher“ bezeichnen. Denn durch die sozialen Medien und die Möglichkeit, auch ohne Unsummen für Druck und Logistik praktisch jeden Menschen auf der Welt zu erreichen, befindet sich die Medienlandschaft im Umbruch.

Ganz normale Bürger können die Themen, die ihnen wichtig sind, besprechen und sich hierzu vernetzen, ohne dass Gatekeeper dies verhindern oder beeinflussen können. So entstehen vernetzte Bewegungen, die dennoch ihren lokalen Bezug behalten.

Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen in Form des Internets, insbesondere über Online-Enzyklopädien und Suchmaschinen, hat aber nicht nur Geschäftsmodelle beeinflusst, sondern auch unsere Art, zu arbeiten, und als Folge davon, welche Fähigkeiten auf dem Jobmarkt gefragt sind.

Faktenwissen ist gegenüber anderen Qualitäten unwichtiger geworden – es zählt weniger, was man weiß, sondern was man wie anwenden kann. Die wichtigste dieser Kompetenzen, die auch im Privatleben immer relevanter wird, ist wohl die Informations- und Medienkompetenz.

Denn aktuell prasseln jeden Tag dermaßen viele Informationen aus den verschiedensten Quellen auf die Menschen ein, dass es nicht selten zur Informationsüberflutung kommt.

Es fällt uns schwer, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, und zwischen all der Werbung und den marktschreierisch formulierten „Nachrichtenartikeln“ das zu erkennen, was wirklich relevant für uns ist. Und selbst wenn man gezielt nach einem Thema sucht, findet man häufig vollkommen gegensätzliche Aussagen und Quellen. Hier vernünftig abwägen und eigene Schlüsse ziehen zu können, ist wichtiger denn je.

Nicht zuletzt hat das Internet auch eine ganz neue Ressource aufgetan: Daten. Durch die Vernetzung der Welt können Menschen in einer bisher nie da gewesenen Art und Weise überwacht werden, denn jeder Webseitenaufruf, jede gesendete und empfangene Nachricht, jeder Klick hinterlässt Datenspuren.

Und diese wecken Begehrlichkeiten an vielen Stellen. Unternehmen möchten sie zu Geld machen, Regierungen möchten damit Straftaten verhindern oder aufklären. Dies mit dem Grundsatz des Datenschutzes in Einklang zu bringen, ist wahrlich kein einfacher Balanceakt und etwas, was in den nächsten Jahren mit Sicherheit immer wieder hochkochen wird.

Insgesamt bietet das Internet sicherlich mehr Vorteile als Nachteile – was insofern beruhigend ist, als dass – anders als so mancher früher unkte – das Internet wohl so schnell nicht verschwinden wird. Nichtdestotrotz müssen die gesellschaftlichen Folgen des Internets immer im Auge behalten werden, denn wenn die letzten Jahre eines gezeigt haben, dann dass das Internet immer für eine Überraschung gut ist.

Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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