Das Appeasement der christlichen Kirchen gegenüber dem politischen Islam

Von Margot Käßmann, Heinrich Bedford-Strohm, Bischof Marx und anderen Würdenträgern der evangelischen und katholischen Amtskirchen hört man häufig Forderungen nach einem Appeasement des politischen Islams und eine Verteidigung offener Grenzen. Käßmann ging sogar soweit, Verhandlungen mit den Taliban zu fordern, wobei sie ausblendete, dass islamische Terroristen jeglichen Verhandlungen und Argumenten unzugänglich sind, weil es ihr Ziel bleibt, die „Ungläubigen“ zu unterwerfen oder zu töten.

Die Vorliebe zu übertriebenen Schuldgefühlen und Selbstgeißelung ist bei christlichen Amtsträgern allerdings nichts Neues. In seinem Buch „Allah ist mit den Standhaften. Begegnungen mit der islamischen Revolution.“ berichtet Peter Scholl-Latour über eine von Gaddafi und dem Vatikan organisierte islamisch-christliche Konferenz im Februar 1976 im libyschen Tripolis:

 

„Am vorletzten Tag der islamisch-christlichen Konferenz von Tripolis kam es zur Enthüllung. Gaddafi (…) hielt seine große Rede und goss Hohn über das Haupt seines so gefügigen Partners, des Kardinals Pignedoli. Dem Repräsentanten des Vatikan hatte es nichts genutzt, dass er gewissermaßen für die Kreuzzüge Abbitte leistete, dass er den europäischen Kolonialismus verurteilte, dass er die angebliche Missachtung des Korans durch die Christenheit tadelte, ja Mohammed als Propheten des Islam anerkannte. Pignedoli hatte einem Kommunique zugestimmt, dass später von römischer Seite widerrufen werden musste, weil es den Zionismus als rassistische Bewegung disqualifizierte und Jerusalem als arabische Stadt bezeichnete (…).“ Laut Scholl-Latour reagierte Gaddafi auf die Gefügigkeit des Kardinals umso dreister: „Es reiche aus, wenn die Christen die Verfälschungen der Heiligen Schrift, die ihnen bei der Abfassung des Evangeliums und bei dessen Interpretation unterlaufen seien, richtigstellen und wenn sie Mohammed als Vollender der göttlichen Offenbarung, als Siegel des Propheten verehrten. Sobald diese Voraussetzungen erfüllt seien, stehe der Einheit zwischen Christen und Moslems nichts mehr im Wege.“

 

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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