Schüler schwänzt Moscheebesuch – Eltern kommen vor Gericht

Foto: Wagih Felbermayer

Eine Schulklasse macht einen Ausflug in eine Moschee, ein Kind nimmt nicht teil. Die Eltern des Jungen fürchten eine „religiöse Indoktrination“. Die Staatsanwaltschaft will den Fall nun vor Gericht verhandeln.

Wegen der Weigerung eines Schülers aus Rendsburg in Schleswig-Holstein, eine Moschee zu betreten, wird es zu einem Gerichtsprozess kommen. Im August soll ein Verfahren gegen die Eltern des 13-Jährigen eröffnet werden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Itzehoe der „SHZ“ aus Flensburg. Der Junge war am 14. Juni 2016 dem Schulausflug seiner Erdkundeklasse aus weltanschaulichen Gründen ferngeblieben.

 

Wegen des „Schulschwänzens“ sollten seine Eltern Bußgelder von jeweils 150 Euro bezahlen. Weil sie dagegen Widerspruch eingelegt hatten, prüfte die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit. Dort wurde jetzt entschieden, dass es zum Prozess vor dem Amtsgericht kommt. Mehrere Medien hatten über den Vorfall berichtet.

 

Die Eltern des Jungen gehören keiner Religionsgemeinschaft an, befürchten aber eine mögliche „religiöse Indoktrination“ ihres Kindes. Nach Ansicht des Paares könne niemand zum Betreten eines Sakralbaues gezwungen werden.

 

Sorge vor Islamisierung Deutschlands

 

Der Anwalt der Eltern, Alexander Heumann, hat laut NDR die Familie über den Verein Pax Europa kennengelernt. Diese Bewegung hat die Sorge vor einer Islamisierung Deutschlands. Heumann ist ehemaliges AfD-Mitglied und war nach eigenen Aussagen bis Januar 2015 im Organisationsteam von Dügida, dem Pegida-Ableger aus Düsseldorf, wo Heumann seine Kanzlei hat.

 

Das Gymnasium Kronwerk argumentierte nach Angaben des Anwalts, dass auch für den Siebtklässler die Schulpflicht gelte. Ein Verstoß dagegen gelte als Ordnungswidrigkeit. Im Internet wurde der Fall heiß diskutiert. In einem Bußgeldbescheid soll von einer „rein informativen Schulveranstaltung“ die Rede sein. Wie die „SHZ“ berichtet, wäre das Fernbleiben von einem solchen Termin nach Ansicht des Anwalts Heumann nicht zu sanktionieren.

 

Die Moschee in Rendsburg ist nach Angaben der „SHZ“ der Milli-Görüs-Bewegung zuzuordnen. Der Verfassungsschutz bescheinigt dieser in Teilen extremistische und antisemitische Ziele. Der Generalsekretär von Milli Görüs ist ein engagierter Unterstützer Erdogans und sitzt für die AKP im türkischen Parlament.

 

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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