Schweizer Aliyev-Gutachten: Brustbein war gebrochen

Die Rätsel um den Tod des ehemaligen kasachischen Botschafter Rakhat Aliyev in der Justizanstalt Josefstadt reißen nicht ab. Die Gerichtsmediziner in St. Gallen stellten einen Bruch des Brustbeins fest. Der Wiener Obduktionsbericht erwähnte davon nichts.

Das medizinische Gutachten der Experten in St. Gallen liegt noch nicht vor, wirft aber bereits neue Fragen auf. Die Schweizer Mediziner stellten nach einer Computertomografie der Leiche fest, dass Aliyevs Brustbein gebrochen war, wie der „Standard“ berichtet. Im Wiener Obduktionsbericht stand jedoch, dass das Brustbein intakt sei.

„Es findet sich ein querverlaufender Bruch des Brustbeins knapp unterhalb des Ansatzes der zweiten Rippe. Letzterer wies grobsichtig jedoch keine eindeutige Blutungsreaktion auf und dürfte daher postmortal entstanden sein“, schrieb der Schweizer Chefarzt Roland Hausmann. Diese könnte durch die Obduktion in Wien entstanden sein, hätte jedoch im ersten Befund erwähnt werden müssen. Auch die Mediziner in St. Gallen fanden bisher jedoch keinen Hinweis auf Fremdverschulden. Aliyev habe sich mit Mullbinden an einem Kleiderhaken erhängt.

Die Staatsanwaltschaft Wien hatte die zusätzliche Obduktion in der Schweiz in Auftrag gegeben werden, nachdem die Anwälte von Aliyevs Witwe eine Wiederaufnahme des Mordverfahrens beantragten. Aliyev war am 24. Februar 2015 tot in seiner Zelle in der Wiener Justizanstalt Josefstadt aufgefunden worden, wo er in Untersuchungshaft saß. Die Justiz geht von Selbstmord aus.

 

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Über uns Wagih Felbermayer

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