„Falco kommt partout nicht aus der Mode“

„Ich will ja niemandem auf die Füße treten“, sagt Horst Bork, „aber für die Zahl der Künstler, über die du ein Musical machen und damit in mindestens 50 Städten auftreten kannst, brauchst du keine zwei Hände.“ Einer dieser Künstler hieß mit bürgerlichem Namen Hans Hölzel, weltberühmt wurde er als Falco. „Er war einzigartig“, so der gebürtige Ingolstädter Bork, der 13 Jahre lang Falcos Manager war und mit seinem exzentrischen, zuweilen auch erratischen Klienten außergewöhnliche Triumphe wie extreme Tiefschläge durchlebte. „Für Falco gibt es keinen Nachfolger. Ihn gibt es nur ein einziges Mal.“

Am 19. Februar wäre Falco, der erfolgreichste österreichische Popsänger der Geschichte, 60 Jahre alt geworden. Freilich starb der Mann mit 40 und viel Kokain und Alkohol im Blut bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik, der Mythos Falco indes ist quicklebendig, der exaltierte Künstler fasziniert bis heute. Sehr gute Voraussetzungen also für „Falco – das Musical“, dessen Handlung eng an Horst Borks Buch „Falco: Die Wahrheit“ angelehnt ist. Bork: „Die Unterhaltungsbranche ist voll von Vergessenen, Falco gehört ganz sicher nicht dazu. Seine Karriere strahlt bis heute aus, sicher auch weil er als Erster mit einem deutschsprachigen Lied, nämlich mit „Rock Me Amadeus“ auf Platz eins in Amerika war.“ 1985 war das. „Das hat ihm bis heute keiner nachgemacht. Falco ist immer noch ein Maßstab, der bis heute nie wieder erreicht wurde.“

Im Mittelpunkt der Show von Regisseur Peter Reim mit Hauptdarsteller Alexander Kerbst stehen denn auch die für die damalige Zeit teils visionären und heute noch immer frisch klingenden Hits. Etwa „Der Kommissar“, „Rock Me Amadeus“, „Junge Römer“ und „Jeanny“. Die Rolle des Managers Bork übernimmt auf der Bühne Sebastian Achilles, er führt als eine Art Moderator durch das Leben Falcos, das nun wirklich genügend Dramatik für zwei Stunden bietet. „Die ganze Handlung ist sehr realistisch“, erklärt Horst Bork, „wir erfinden keine Geschichten, die Wahrheit war krass genug. Man wird Zeuge von allen Siegen und Niederlagen, die ein Künstlerleben letztlich ausmachen. Bei Falco ging es in den Knicks halt steil abwärts, seine Karriere war immer ein Zickzackkurs.“

Das große Comeback feierte Falco erst posthum. Das kurz vor seinem Tod aufgenommene „Out Of The Dark“ (mit der prophetischen Zeile „Muss ich denn sterben, um zu leben?“) entwickelte sich nach seinem Unfall zum Riesenhit und beschließt auch das Musical. „Ich denke, er würde auch heute noch Platten machen und wäre nach wie vor im Gespräch“, vermutet Horst Bork. „Falco hat einfach eine Aura. Er kommt partout nicht aus der Mode.“

 

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Über uns Wagih Felbermayer

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