Ex-Offiziere Saddam Husseins bilden heute Kern des IS-Terrors

sadamsoldatenDen Kern der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) bilden ehemalige Offiziere des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein, die nach der US-Invasion im Jahr 2003 mittellos wurden, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Montag gegenüber der Kaiserlichen orthodoxen Palästina-Gesellschaft (IOPS) sagte.

Demnach haben die USA sowohl die Armee als auch die Sicherheitskräfte des Irak aufgelöst und somit erfahrene Militärs zu Mittellosen gemacht, so Lawrow. Mittlerweile würden das alle gut begreifen.

 

Heuchlerische Aufrufe zum Machtwechsel wie in Syrien zeigten, so der russische Chefdiplomat, dass Leute, die diese Auffassungen vertreten, mindestens engstirnig, wenn nicht gar böswillig seien. Sie empfänden offenbar einfach Vergnügen daran oder verfolgten gar explizit das Ziel, Länder und ganze Regionen zu ihrem Vorteil zu zerstören.

 

Die Wurzeln des aktuellen Problems mit dem Daesh liegen laut Lawrow in der Menschenfeindlichkeit, in fehlender Bereitschaft, das Recht anderer Menschen auf eigene religiöse Werte anzuerkennen, sowie in den Versuchen, religiöse Gefühle für die Erziehung zum Hass gegenüber Andersgläubigen zu nutzen.

 

„Ich denke, dass die Unterbreitung der Wahrheit darüber, wie das Christentum und der Islam entstanden sind, welche Rolle das Judentum im Nahen Osten gespielt hat und wie sich all dies auf andere Regionen ausgewirkt hat, eine ernsthafte Aufklärungsaufgabe ist. Die Kaiserliche orthodoxe Palästina-Gesellschaft ist besser als alle anderen dazu in der Lage, etwas zu dieser Arbeit beizutragen“, so Lawrow.

 

Die Terrormiliz Daesh stellt heute eine der größten Bedrohungen für die Weltsicherheit dar. Die Daesh-Kämpfer haben in den drei zurückliegenden Jahren große Gebiete des Irak und Syriens besetzt und versuchen jetzt, ihren Einfluss auf Nordafrika, besonders Libyen, auszudehnen. Nach unterschiedlichen Schätzungen erstrecken sich die vom Daesh kontrollierten Gebiete, in denen ein „islamisches Kalifat“ ausgerufen wurde, über insgesamt 90.000 Quadratkilometer.

 

Hussein hatte in den Jahren 1973 bis 2003 den Irak regiert. Die USA hatten seinen Staat als eine der größten Gefahren für deren Sicherheit betrachtet. Im Frühjahr 2003 war Hussein bei einer bewaffneten Invasion des Iraks durch eine Koalition der USA, Großbritanniens und Australiens von den Amerikanern festgenommen worden. Hussein war 2006 von einem irakischen Sondertribunal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt worden. Daraufhin wurde er gehängt.

 

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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