Schweizer Soldaten in der IS-Falle

migranteneuNirgends im Westen gibt es so viele Kämpfer des Islamischen Staates wie im Kosovo. Die Nato-Truppe KFOR legte deshalb Sperrgebiete fest und verstärkte die Kontrollen. Pristina Jeden Morgen sehen die Schweizer Soldaten in Mitrovica, im Norden des Kosovo, das gleiche Bild: Graffiti zu Ehren des Islamischen Staats (IS) prangen an den Mauern, wenige Meter vor dem Eingang ihres Stützpunkts. Sichtbare Zeichen dessen, wovor Experten und Beobachter seit Monaten warnen: Die Radikalisierung des Kosovo nimmt bedrohliche Ausmasse an.

Bedrohlich auch für die bis zu 235 Schweizer Soldaten der Swisscoy, die im Rahmen der internationalen KFOR-Friedenstruppen im Kosovo ihre Dienste tun. «Wir haben eine Reihe von Extremisten identifiziert», sagt ein Schweizer Offizier, der letztes Jahr für die Swisscoy im Dienst war. «Die Präsenz von Sympathisanten des IS ist heute für alle sichtbar», bestätigt ein anderer Soldat. Letzten Mittwoch wurden zwei Kosovaren in der Hauptstadt Pristina zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, da sie zu einer terroristischen Gruppe gehören.

 

Die Entwicklung passierte schleichend. Noch 2010 arbeitete zum Beispiel der Kosovare Lavdrim Muhaxheri für die KFOR. Später benannte er sich in Abu Abdullah al-Kosova um und wurde zum wichtigsten albanischen Vertreter des Islamischen Staates. Der 25-Jährige galt als Bindeglied zwischen dem IS und den ethnischen Albanern aus Albanien, dem Kosovo und Mazedonien. Vermutlich kam er 2015 in Syrien um. Biografien wie jene von Muhaxheri gibt es zuhauf. 2014 ergänzte das EDA seine Reisehinweise für den Kosovo um eine weitere Zeile: «Es besteht das Risiko von Terroranschlägen.»

 

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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