Weg mit der Watte

Willkürurteile, wie die zehn Jahre Haft gegen Ismail Alexandrani, gehören in Ägypten längst zum Alltag. Niemand, der die leiseste Kritik an Abdel Fattah al-Sisi übt, ist seiner Freiheit und seiner Gesundheit noch sicher in dessen Diktatorenreich. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht der nächste Aktivist spurlos verschwindet, nachts abgeholt von einem vermummten Rollkommando.

Und so stellt sich die Frage immer dringender, ob Deutschland und die anderen EU-Staaten so weitermachen können mit ihrem bisherigen Wattekurs gegenüber den Machthabern am Nil, den rituellen Ermahnungen per Presseerklärung, den leisetreterischen Staatsbesuchen und den blühenden Waffengeschäften. Ägyptens Brachialstrategie ist keineswegs nur seine eigene nationale Angelegenheit.

 

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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