Wenn der Krieg kommt – Schweden bereitet seine Bevölkerung auf den Ernstfall vor

Die Geschichte wiederholt sich nicht – aber gelegentlich sind Parallelen zwischen der jetzigen Ost-West-Konfrontation und dem Kalten Krieg des vergangenen Jahrhunderts unübersehbar. Jedenfalls wenn man die neue Informationsbroschüre der schwedischen Regierung für den Krisen- und Kriegsfall betrachtet, die dieser Tage an alle Haushalte verteilt wird. «Wenn die Krise oder der Krieg kommt» ist eine 19-seitige Schrift, die eine Vorgängerin von 1961 ablöst, die schon lange in Vergessenheit geraten ist.

Neues Bedrohungsgefühl

 

Zwar sei Schweden immer noch ein sicheres Land, liest man, sicherer als viele andere. Jahrelang sei die Kriegsgefahr sehr begrenzt gewesen. Doch «die Welt um uns herum» habe sich verändert. Wo es um Naturgefahren geht, wird die Bedrohung konkret genannt: der Klimawandel, der Überschwemmungen und Waldbrände verursachen kann. Gleichzeitig drohen Terrorattacken, Cyberangriffe und schliesslich, als schlimmster Fall, der militärische Angriff durch ein anderes Land.

 

Das Bedrohungsgefühl in Schweden hat sich geändert. Das Land liegt in exponierter Lage gegenüber Russland und ist gleichzeitig bündnisfrei. Die Spannungen zwischen Ost und West seit den Auseinandersetzungen um die Ukraine und der Annexion der Krim blieben nicht ohne Auswirkungen: Im Sommer 2017 wurde die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt, die sieben Jahre zuvor ausgesetzt worden war. Ab 2016 wurden die Verteidigungsausgaben substanziell erhöht, und die Debatte über die Aufgabe der Neutralität und den Beitritt zur Nato ist kein Tabu mehr.

 

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Über Wagih Felbermayer

Chefredakteur der Presseagentur Euro Arab Press Fotoreporter Webdesigner

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